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OH, WHAT A NIGHT!

Unser Jahreskonzert »PHOENIX« ist Geschichte – aber was für eine!

Bereits während der Corona-Pandemie beschlossen wir, den „Phoenix“ der Chormusik wieder aus der Asche auferstehen zu lassen und so lag es nahe, ein Konzeptkonzert zu diesem Thema zu gestalten. In fünf Themenblöcke unterteilt, stellte unser künstlerisches Leitungsteam unter Bernhard Wolfsgruber, Doris Aichholzer und Florian Pirolt anspruchsvolle Chormusik zusammen, die den mythologischen Kreislauf der Wiedergeburt von der Lichtgestalt bis hin zur Auferstehung musikalisch skizzierte, bis zum Schluss der Ausdruck purer Freude den Chor in lichte Höhen führen sollte. Bald war klar, dass dieser rote Faden nicht alleine durch Gesang gezogen werden sollte, also fanden wir mit Manfred Länger, einem bekannten Kärntner Sänger, Chorleiter und Komponisten, einen „Dramaturgen“, der gemeinsam mit einer chorinternen Gestaltungsgruppe verbindende Teile aus Texten, Choreografien, darstellenden Elementen und Lichtstimmungen erarbeitete.

Am 22. Oktober war es dann endlich so weit und die 17. Generation des Landesjugendchores konnte den PHOENIX auf die Bühne des Konzerthauses Klagenfurt bringen. Die organisatorische Leiterin Eva Hoffmann und der künstlerische Leiter Bernhard Wolfsgruber begrüßten ein bestens gelauntes Publikum im vollen Saal, darunter auch Landtagspräsident Reinhart Rohr, Chorinitiator Siegi Hoffmann und Gründungschorleiter Edi Oraže.

Mit „Unicornis Captivatur“ von Ola Gjeilo und „Rise like a Phoenix“ von Conchita Wurst, das von Ursula Reicher eigens für den Landesjugendchor in ein Chorarrangement gebracht wurde, stellte sich unser Fabelwesen gleich einmal vor, ehe es in Liedern von Andrej Makor, Katerina Gimon und Irina Rebhuna dem Feuer geopfert wurde. Hier kam neben Tanz- und Perkussionselementen besonders das Lichtdesign von Walter König zu tragen – Feuer, Blitz und Rauch waren förmlich zu spüren.

Als gekonnte und stets auch berührende Überleitung zwischen den verschiedenen Themenblöcken rezitierten Chormitglieder ihre großteils selbst verfassten Texte in deutscher und slowenischer Sprache. Asche und Öde zeigten sich dann in Stücken von Johannes Brahms und Henry Purcell – bei seinem „In the midst of life“ wurden der Chor und eine Solistengruppe von Erich Lippitsch an der Laute begleitet. Eine kurze gewollte Irritation entstand, als das Publikum bei „Möcht‘n viel Zacharlan“ einsam im dunklen Saal zurückgelassen wurde und die Stimmen des Chores nur durch einen Türspalt zu hören waren.

Mit einem doppelchörigen Heinrich Schütz, einem „betanzten“ Heinrich Poos und dem ausdrucksstarken „Rise“ von Katy Perry kam schließlich das ersehnte Auferstehen und hier hatte auch der Chorsänger Tobias Mistelbauer mit „Jaz sem vstajenje in življenje“ sein Debüt als Chorleiter beim Kärntner Landesjugendchor. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich „Fly to Paradise“ von Eric Whitacre, das von elektronischer Musik begleitet wurde und durch die Solistin Marie Ogris einen besonderen Touch bekam.

Mit „Miniyama Nayo“ von Paul Rudoi wandelte sich nicht nur die Stimmung zur puren Freude, sondern auch die Bühne zu einem farbenprächtigen Bild. Als nach dem Traditional „Will the Circle be Unbroken“, bei dem sich die 45 jungen Sängerinnen und Sänger rund um das Publikum positionierten, stürmischer Applaus fiel, hatte man das Gefühl, dass die über den Spannungsbogen angesammelte Begeisterung richtiggehend ausbrechen musste und so gab es bereits vor der letzten Nummer „Cantate domino“ von Josu Elberdin stehende Ovationen.

Ein großes Dankeschön geht auf diesem Weg nochmal an alle Beteiligten für diesen begeisternden und bewegenden Abend. Naš letni koncert »PHOENIX« se je dvignil iz pepela! Hvala vsem sodelujočim in čudoviti publiki! Napetost, emocije in končni aplavz nam bodo še dolgo ostali v spominu!

Fotos: Willi Pleschberger

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